Manchmal kommt ein Kunde mit dem Wunsch, Funktionen zu ergänzen, weil etwas nicht richtig funktioniert. Bei der Prüfung zeigt sich: Die Website basiert auf einem Baukasten, Sprachversionen entstehen durch automatische Übersetzung, Zahlungen sind über mehrere Widgets verbunden. Gleichzeitig fehlen Indexierung, organische Besucher und verlässliche Messung
Die Ursache liegt häufig darin, dass Gestaltung vor dem Einführungsplan stand. Ziele, Struktur, SEO, Daten, Einwilligungen und die Kontrolle über Zugänge wurden nicht ausreichend geklärt. Der folgende Ablauf eignet sich für B2B-Websites, Leistungsseiten, Inhaltsangebote, Anfragegewinnung und Onlineshops
Schritt 1: Website-Ziel, Kennzahlen und drei wichtige Nutzeraktionen
Halten Sie vor ersten Entwürfen und der CMS-Auswahl in fünf bis zehn Zeilen fest:
- das Ziel: Anfragen, Verkäufe, Buchungen, Angebotswünsche oder Markenbekanntheit
- drei wichtige Nutzeraktionen, etwa Kontaktformular, Anruf und Terminanfrage
- Kennzahlen wie Abschlussrate, Kosten je Anfrage oder Neukunde, Anteil organischer Besucher, Anfragequalität und Ladegeschwindigkeit
Messbare Ziele lenken die Diskussion auf Ergebnisse und geben der Gestaltung eine nachvollziehbare Grundlage
Schritt 2: Märkte und Sprachen bestimmen
Legen Sie früh fest:
- welche Städte, Länder oder Regionen angesprochen werden
- wie viele Sprachen Sie dauerhaft mit guten Inhalten pflegen können
- wie Sprachversionen in den Adressen aufgebaut werden: Unterverzeichnisse wie /lv/ und /en/ sind häufig ein guter Einstieg; Subdomains wie en.site.com können sinnvoll sein; getrennte Domains sind aufwendiger und teurer
Diese Entscheidungen helfen, spätere Probleme mit hreflang, Duplikaten und kanonischen Adressen zu vermeiden
Schritt 3: Domain und Endung sorgfältig auswählen
Prüfen Sie:
- Lesbarkeit und Verständlichkeit beim Buchstabieren oder Diktieren
- mögliche Namens- und Markenrechtskonflikte
- die bisherige Nutzung und Reputation der Domain
- die Registrierung auf den verantwortlichen Unternehmensinhaber
Die Domain ist ein Unternehmenswert. Die Kontrolle darüber sollte eindeutig geregelt sein
Schritt 4: Von Suchbegriffen zur Seitenübersicht
Die Struktur sollte aus tatsächlichem Bedarf entstehen. Sammeln Sie Themen zu Leistungen und Produkten sowie Probleme und Aufgaben der Kunden. Gruppieren Sie Suchanfragen und ordnen Sie ihnen passende Seiten zu
- Leistungs-, Produkt- und Kundenthemen erfassen
- Suchbegriffe in thematische Gruppen einteilen
- für jede Gruppe eine passende Zielseite planen
- priorisieren, was ins Hauptmenü gehört und was in Fachbeiträgen behandelt wird
So wird nachvollziehbar, welche Seiten benötigt werden
Schritt 5: Struktur und Wireframes vor der Gestaltung
Erstellen Sie auf Basis der Seitenübersicht einfache Strukturentwürfe für:
- die Startseite
- Leistungs- und Produktseiten
- Fallstudien
- Kontakt- und Anfrageseiten
- Blog- und Artikelseiten
Wireframes klären Bereiche, Argumente, Handlungsaufforderungen und Navigation. Die visuelle Ausarbeitung folgt anschließend
Schritt 6: Technologie und CMS nach Anforderungen auswählen
Bevor Sie sich auf eine Plattform festlegen, prüfen Sie:
- SEO-Steuerung: Adressen, Metadaten, kanonische Angaben, Weiterleitungen, hreflang, strukturierte Daten und Sitemap
- vollständig indexierbare und pflegbare Sprachversionen
- Schnittstellen zu CRM, Formularen, E-Mail, Chat und Business Intelligence
- Geschwindigkeit und Stabilität einschließlich Core Web Vitals, Zwischenspeicherung und gegebenenfalls CDN
- Sicherheit und Aktualisierungen
- eine Inhaltsverwaltung, mit der das Marketingteam selbstständig arbeiten kann
Fehlende Erweiterbarkeit kann aus einer kleinen Funktionsergänzung einen teuren Neuaufbau machen
Schritt 7: Schnittstellen und Datenflüsse planen
Beschreiben Sie im Voraus:
- benötigte Formulare und Felder, ausreichend zur Einordnung einer Anfrage und ohne unnötige Angaben
- den Zielort jeder Anfrage, etwa CRM, E-Mail, Telegram oder Slack, mit klaren Regeln
- Benachrichtigungen und vereinbarte Reaktionszeiten
- bei Zahlungen den Ablauf, Status, Fehler, Bestätigungen, Erstattungen und die Erfolgsmessung
Das schafft nachvollziehbare Verbindungen, die später zuverlässig betreut werden können
Schritt 8: DSGVO und Google Consent Mode v2 berücksichtigen
Vor der Einrichtung von Analysewerkzeugen und Werbepixeln klären Sie:
- welche Cookies und Skripte verwendet werden
- was vor einer Einwilligung und was erst danach geladen wird
- die Inhalte der Datenschutz- und Cookie-Erklärung
- Anforderungen an Einwilligungsbanner und Einstellungsbereich
Einwilligungsverwaltung gehört zur technischen Architektur und muss mit den tatsächlichen Datenflüssen übereinstimmen
Schritt 9: Technisches SEO vor der Veröffentlichung
Die technische Spezifikation sollte mindestens vorsehen:
- eine möglichst automatisch aktualisierte sitemap.xml
- robots.txt
- korrekte kanonische Adressen
- hreflang für mehrsprachige Websites
- Weiterleitungen für HTTP zu HTTPS, www-Varianten, Schrägstrichregeln und geänderte Seitenadressen
- korrekte Behandlung der Statuscodes 404 und 410
- interne Links und Pfadnavigation
Legen Sie auch fest, welche Inhalte nicht indexiert werden sollen, etwa technische Seiten, interne Suchergebnisse oder bestimmte Parameteradressen
Schritt 10: Strukturierte Daten und Inhaltsstandards
Planen Sie passende Schema.org-Auszeichnungen:
- Organization oder LocalBusiness
- Service für Leistungsseiten
- Article für Beiträge
- BreadcrumbList für Pfadnavigation
- FAQPage, wo inhaltlich passend
Für Leistungsseiten helfen einheitliche Inhaltsbereiche:
- kurze Zusammenfassung und Positionierung
- Vorteile und Besonderheiten
- Ablauf, Zeitrahmen und Leistungsumfang
- Beispiele und Nachweise
- häufige Fragen
- eine klare nächste Handlung
Das erleichtert Suchmaschinen und KI-Systemen die Verarbeitung der Inhalte
Schritt 11: Datenanalyse und Kontrolle über Zugänge
Prüfen Sie vor dem Start:
- GA4, Google Tag Manager und Search Console liegen im Konto des Unternehmens
- Werbepixel und Conversion-Ereignisse sind dokumentiert
- Domain, DNS und Hosting bleiben unter Kontrolle des Inhabers
- alle Skripte, Ereignisse und Ziele sind aufgelistet
So bleibt das Unternehmen handlungsfähig und ist bei wichtigen Zugängen nicht vollständig vom Dienstleister abhängig
Schritt 12: Gestaltung auf der vereinbarten Grundlage
Mit klaren Anforderungen wird Design effizienter:
- Es baut auf einer abgestimmten Struktur auf
- SEO, Datenanalyse und Einwilligungen werden berücksichtigt
- Nachträgliche Umbauten wegen übersehener Grundlagen werden vermieden
Die wichtigsten Prüfungen in 30 Minuten vor dem Start
- Eine eindeutige kanonische Website-Version mit HTTPS und korrekten 301-Weiterleitungen
- Kein versehentliches noindex auf wichtigen Seiten
- Keine unbeabsichtigte Blockierung wichtiger Bereiche in robots.txt
- Eine Sitemap mit den richtigen Seiten
- Korrektes hreflang und keine Sprachduplikate
- Richtige kanonische Angaben auf wichtigen Seiten
- Funktionierende Formulare vom Absenden über die Benachrichtigung bis zum CRM-Eintrag
- Einwilligungsverwaltung, die optionale Skripte bis zur Zustimmung zurückhält und sie anschließend korrekt lädt
- Erfassung wichtiger Conversion-Ereignisse in GA4 und Google Tag Manager
- Verbundene Search Console mit richtigen Inhaberrechten
- Eine Fehlerseite, die tatsächlich den Status 404 statt 200 zurückgibt
- Eine grundlegende Prüfung der mobilen Ladegeschwindigkeit
Den Plan gemeinsam durchgehen
Ob neue Website oder Erweiterung eines bestehenden Systems: Eine fachliche Prüfung vor der Gestaltung hilft, Budget und Aufwand sinnvoll einzusetzen
In einem Gespräch von 60 bis 90 Minuten strukturieren wir:
- Geschäftsziel, Kennzahlen und drei entscheidende Nutzeraktionen
- Märkte, Sprachen und passende Adressstruktur
- eine Seitenübersicht anhand tatsächlicher Suchnachfrage
- Strukturentwürfe für die wichtigsten Seiten und Navigation
- CMS und Technologien mit ausreichender SEO-Steuerung, Mehrsprachigkeit, Schnittstellen und Leistung
- technische Suchgrundlagen mit robots.txt, Sitemap, kanonischen Angaben, hreflang und Weiterleitungen
- DSGVO und Google Consent Mode v2 für Analyse und Werbung
- die Kontrolle über Domain, Hosting und Konten für GA4, Search Console und Tag Manager
Das Ergebnis: Ein klarer Maßnahmenplan und eine Anforderungsliste für Ihr Entwicklungsteam. Damit lassen sich provisorische Nachbesserungen, ungeeignete Übersetzungslösungen und unerwartete Indexierungsprobleme vermeiden
Senden Sie eine Anfrage über das Kontaktformular und nennen Sie das Stichwort „Plan für den Website-Start“. Wir melden uns zur Terminvereinbarung